Das Gasturbinen-Heizkraftwerk Dresden |
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Bereits vor 1991 stand im Dresdner Stadtteil Löbtau das alte Heizkraftwerk. Es versorgte damals schon Dresden mit Elektrizität und Fernwärme. Allerdings geschah dies auf
Braunkohlenbasis. Die Umweltfolgen waren beträchtlich. Die Filteranlagen konnten den Anfall von Asche, Ruß und Staub nie bewältigen, besonders im Winter wälzte sich schwarzer
Rauch aus den Schornsteinen. Der Ruß wurde vom Wind über die nahegelegenen Stadtteile getragen und schlug sich dort sichtbar auf den Fensterbrettern nieder. Nicht selten wurden die
Filteranlagen nachts auch gänzlich abgeschaltet.
1990 bestand noch die Überlegung, das alte Heizkraftwerk mit einer Entschwefelungsanlage aufzurüsten. Dagegen sprachen aber die zu hohen Kosten.
Im Januar 1991 entschloss man sich schließlich
zum Bau eines modernen Gasturbinen-Heizkraftwerks an derselben Stelle. Damit sollte eine grundsätzliche Verbesserung der Situation erreicht werden. Man entschied sich für die Umstellung von Braunkohle auf
Erdgas als Energieträger. Mit den hierbei erreichbaren höheren Leistungsdichten und vergleichsweise geringen Investitionskosten konnte ein ökonomisch weitaus effizienterer Betrieb
erreicht werden. Allerdings musste mit der Abkehr von der einheimischen Braunkohle eine stärkere Abhängigkeit vom Weltmarkt akzeptiert werden. Eine wesentliche Rolle spielten nicht zuletzt
auch die deutlich verschärften ökologischen Rahmenbedingungen - immerhin befindet sich der Standort in großer Nähe von Wohnsiedlungen.
Ein weiterer, mit dem Energieträgerwechsel verbundener Vorteil ist der Wegfall von 2 - 3 Zügen mit je 32 Waggons Rohbraunkohle, die an freier Luft entladen werden mussten. Außerdem
entfallen die Kolonnen von Aschefahrzeugen, die täglich bis zu 350 t Asche auf die umliegenden Deponien zu transportieren hatten.
Mit der Verkleidung der Fassade des Kraftwerks konnten zwei Dinge miteinander verbunden werden: Zum einen wurde ein sehr gefälliger äußerer Eindruck erreicht, zum anderen dienen die
an der Fassade angebrachten Platten der Schalldämmung. Beim Rundgang durch das Kraftwerk betraten wir die Freifläche, die sich etwas über dem Niveau der nahen Nossener Brücke
befindet. Wir nahmen zwar deutlich den Lärm des Straßenverkehrs von der Brücke wahr, kaum aber die Geräusche aus dem Kraftwerk. Kein Wunder – die Geräuschabstrahlung des Kraftwerks liegt
unter der geforderten Grenze von 65 dB (nachts sogar 43 dB).
Allerdings verloren durch diese Umstellung viele Menschen in Dresden und im Niederlausitzer Braunkohlenrevier ihre Arbeitsplätze.
Nach den vorgeschriebenen Probeläufen und Erprobungen ging das Gasturbinen-Kraftwerk 1995 in den Vollast-Betrieb über.
Die Arbeitsweise des Kraftwerks
Das Kraftwerk arbeitet nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung.
Aus einem Gas-Lagertank wird das Erdgas zu den Gasturbinen geleitet. Sollte eine Störung in der Erdgasversorgung eintreten,
so steht eine Heizöl-Reserve bereit, auf die in kürzester Zeit umgeschaltet werden kann. An die Turbinen sind Generatoren angeschlossen, die die gewonnene Energie in Elektrizität
umwandeln. Dabei muss die hohe Turbinendrehzahl (5413 U/min) auf die wesentlich geringere Generatordrehzahl (3000 U/min) untersetzt werden. Das geschieht durch Etax-Lastgetriebe. Diese Getriebe (Dauerleistung 80 000 kW) arbeiten unter Vakuum, wodurch die Übertragungsverluste signifikant gesenkt werden.
Die heißen Verbrennungsgase der Turbinen (1130 oC, 15 bar) gelangen in einen Wärmetauscher. In diesem wird das ins Kraftwerk zurückgepumpte abgekühlte
Fernwärmewasser wieder erwärmt. Ein Teil des hierbei aus dem wieder erhitzten Fernwärme-Wasser entstehenden Dampfes treibt eine Dampfturbine, die einen weiteren Elektro-Generator
antreibt. Der Abdampf der Turbine erwärmt einen Teil des abgekühlten Fernwärme-Wassers ebenfalls. Ein weiterer Teil des Abdampfes kann aus dem Dampfturbinenkreislauf auch für die Industrie entnommen
werden.
Der Hauptanteil des abgekühlten Fernwärmewassers wird jedoch im Wärmetauscher durch eine Zusatzheizung nacherwärmt. Dieses wird dann zusammen mit dem Wasser,
das mittels des Abdampfes der Turbine erwärmt wurde, wieder in das Fernwärmenetz zurückgegeben.
Wird weniger Fernwärme benötigt als anfällt, wird der überschüssige Teil davon in einem
Kühlturm von ca. 100 oC auf Umgebungstemperatur abgekühlt.
Einige wesentliche Daten:
| Erbauer: | Siemens/KWU 1995 | ||||
| Installierte elektrische Leistung: | 260 MW | ||||
| Fernwärmeleistung: | 455 MW | ||||
| Länge der vom HKW versorgten Fernwärme-Trasse: | 486 km | ||||
| Brennstoff | Erdgas (mit Notreserve Erdöl für max. 10 Tage) | ||||
| Brennstoffbedarf: | 14040 kg/h (Erdgas) bzw. 17640 kg/h (Erdöl) | ||||
| Hersteller der Generatoren: | Siemens/KWU | ||||
| Anzahl der Generatoren: | 4, in baugleicher Ausführung | ||||
| Ausgangsspannung der Generatoren: | 10,5 kV | ||||
| Emissionsentwicklung: |
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