![]() Lange Nacht der Wissenschaft 2005 in Dresden |
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Diese populärwissenschaftliche Großveranstaltung am 1. Juli 2005 war nun bereits die dritte ihrer Art in Dresden. Dresdener Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen luden wieder ein,
ihre Forschungsthemen kennenzulernen und einen Blick in ihre Arbeit mit deren Ergebnissen zu werfen. Über zwanzig Einrichtungen boten in der Zeit von 18 bis 1 Uhr ein vielseitiges Programm
mit zahlreichen Vorträgen, Präsentationen, Ausstellungen und Experimentalshows.
Entlang einer Wissensroute mit 17 Stationen in Dresden, Pillnitz und Tharandt zeigten Dresdener Wissenschaftler, wo ihre Stärken liegen, welche Rekorde sie brechen, aber auch wie
unterhaltsam und faszinierend Wissenschaft sein kann. Mehr als 25.000 Besucher drängten sich um die Stände der Experimentatoren und Aussteller und füllten die
Vortragssäle.
Dicht umlagert waren natürlich immer die Stände im Hörsaalzentrum der TU Dresden. Man musste schon einen günstigen Moment abpassen, wenn man etwas freie Sicht auf die
Stände haben wollte, um Fotos machen zu können.
Beeindruckend u.a. der Stand mit den neuesten Ergebnissen der LED-Technik. Nachdem es gelungen war, auch blau leuchtende LEDs zu erzeugen, ist man nun in der Lage, alle Farben durch additive
Farbmischung darzustellen. Blau, grün und rot sind ja auch die 3 Grundfarben unseres TV-Farbfernsehens. In Verbindung mit der geringen Leistungsaufnahme, hohen Leuchtdichte und leichten
Steuerbarkeit der LEDs 
eröffnen sich völlig neue Wege der Beleuchtungstechnik. Das reicht von der Beleuchtung öffentlicher Plätze über neue Beleuchtungskonzepte in der
privaten Wohnumgebung bis - in Verbindung mit der Lichtleitertechnik - zu leuchtenden Tischdekorationen und Kleidungsstücken (Bilder entnommen aus www.luminex.it). Die Lichtausbeute
konnte bei LEDs inzwischen auf das Tausendfache gesteigert werden - bei Glühlampen lediglich auf das Dreißigfache.
Ein deutschlandweit einmaliges Pilotvorhaben des Forschungsprojektes intermobil ist das elektronisches Ticketsystem "ALLFA-Ticket", das ermöglichen soll, alle Daten, die zur Berechnung und Erfassung der Ticket-Daten erforderlich sind, elektronisch zentral zu verarbeiten. Der Fahrgast kann dann beliebige öffentliche Verkehrsmittel benutzen, ohne sich um verschiedene Fahrscheine oder Tarife kümmern zu müssen. Lediglich ein einziger entsprechender elektronischer Fahrtausweis im Chipkartenformat oder ein spezielles Handy ist erforderlich. Bis August 2005 wird ein solches System auf sieben Linien des Stadt- und Regional- sowie des Bahnnahverkehrs erprobt (Näheres darüber in www.allfa-ticket.de).
Ebenfalls im Hörsaalzentrum befand sich ein Stand der Wilhelm-Ostwald-Gedenkstätte Großbothen (www.wilhelm-ostwald.de). Hier wurde die Farbenlehre Wihelm Ostwalds sowohl in einer Computeranimation wie auch an Farbtafeln demonstriert. Lange Zeit war die Ostwaldsche Farbenlehre unter Künstlern nicht akzeptiert, in neuerer Zeit erfährt sie aber offenbar wieder stärkere Beachtung. (Die URANIA besuchte im Mai 2003 die Gedenkstätte und berichtete im Juni über die Leistungen Wilhelm Ostwalds.) Es ist schwer zu verstehen, dass die beileibe nicht sehr hohen Fördermittel für die Gedenkstätte unlängst vom Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst gestrichen wurden und somit die Gedenkstätte eines großen deutschen Forschers geschlossen werden musste. Die URANIA protestierte im Juni 2005 gegen die Schließung (s. auch das Protestschreiben in unserem Archiv).
Wenn auch der Forschungsreaktor in Rossendorf bei Dresden stillgelegt und größtenteils demontiert wurde, bleibt ein großes Forschungspotential dort erhalten. Hier wird vor allem
der Bereich der Nanotechnologie bearbeitet, die nicht nur für den Elektronikstandort Dresden ("Silicon Saxony"!) immense Bedeutung hat (über die Nanotechnologie wird später noch
ausführlicher berichtet; Projekte und Veranstaltungen unter www.dresden.de/nano).
Aber auch Forschungen zur Struktur der Materie liefern wertvolle Informationen. Dazu dienen ein
Ionenstrahlzentrum, das Strahlrohr ROBL sowie ein PET-Zentrum. Im Aufbau befindet sich ein Hochfeldlabor, das gepulste Magnetfelder in bisher unerreichter Feldstärke zu erzeugen vermag.
(Im
Bild: eine Funkenkammer älterer Bauart zum Nachweis von Myonen aus der Höhenstrahlung. Die beiden unterbrochenen rötlichen Linien sind Spuren zweier fast gleichzeitig, aber aus
verschiedenen Winkeln einfallender Myonen.)
Im Hochspannungslabor der TU Dresden sprühten Funken und krachten Blitze. In einem Experimentalvortrag wurden Probleme der Übertragung elektrischer Energie mit hohen Spannungen an praktischen Beispielen erläutert.
Die "Lange Nacht der Wissenschaften" ist zu einer festen jährlichen Veranstaltung mit großer Resonanz beim Dresdner Publikum geworden. Im kommenden Jahr wird sie am 30. Juni stattfinden.