URANIA Akademie Medizin
32. Studienjahr 2010/2011
Noch stärker als bisher ist das Programm des neuen Studienjahrs der URANIA Akademie Medizin auf die Interessen vorwiegend älterer Hörer ausgerichtet. Erstmals beginnen wir mit einem
Rechtsthema, das zur Zeit die Öffentlichkeit bewegt. Dem traditionellen Namen des Universitätsklinikums verpflichtet, spricht in der Vorweihnachtszeit Prof. Dr. Scholz über Carl
Gustav Carus. Spannend sind sicher auch die Vorträge über die Wirksamkeit von Placebos und die Traditionelle Chinesische Medizin. Mit unserem Programm bringen wir uns wie bisher in das
Angebot der Dresdner Senioren-Akademie "Wissenschaft und Kunst" ein. Für die Gelegenheit, auf diese Weise neue Hörer zu gewinnen, bedanken wir uns ebenso wie für die tatkräftige
Mitwirkung Prof. Dr. Rainer Müllers, dem Leiter der Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde des Universitätsklinikums, bei der Auswahl der Themen und der Gewinnung
der jeweiligen Referenten.
| 29.09.2010 Rechtsanwalt Thorsten Detto Die Zukunft fängt nicht erst morgen an: Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung und Patientenverfügung |
23.02.2011 Prof. Dr. Joachim Fauler Institut für Klinische Pharmakologie Placebo - Glaube oder Wirksamkeit? |
| 27.10.2010 Friederike Katzer, Grit Wiegandt Sozialdienst UKD Aufgaben und Handlungsspektrum der Fürsorge in einem Klinikum |
30.03.2011 D. Y. Mätz Medizinisches Versorgungszentrum Traditionelle Chinesische Medizin |
| 24.11.2010 Matthias Gruber Medizinische Klinik u. Poliklinik III Wenn Hormone krank machen – Endokrinopathien |
27.04.2011 Prof. Dr. med. Caris-Petra Heidel, Dr. Marina Lienert Institut für Geschichte der Medizin Die Arzt-Patienten-Beziehung und ihre kulturelle und ethische Ausprägung |
| 15.12.2010 Prof. Dr. Albrecht Scholz ehem. Institut für Geschichte der MedizinCarl Gustav Carus und seine Patienten |
25.05.2011 Prof. Dr. med. Vjera Holthoff-Detto, Dr. med. Markus Donix Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie Fit wie ein Turnschuh: das Gehirn gesund halten |
| 26.01.2011 Dr. Birgit Gottschlich Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie Gewinn und Grenzen der Intensivmedizin |
29.06.2011 Dr. med. Anne-Kathrin Tausche-Wunderlich Medizinische Klinik u. Poliklinik III Gicht |
Prof. Müller-Steinhagen und das Projekt Desertec
Am 22. Juli 2010 stellte Prof. Dr. Dr.-Ing. (habil.) Hans Müller-Steinhagen sowohl sich selbst als neuer Rektor der TU Dresden als auch das Projekt Desertec den Studierenden und Mitarbeitern
der TU vor. Wenn auch die Klimaanlage des Audimax-Hörsaals gegen die eingefangene Hitze und Schwüle des Tages nicht recht ankam, war doch jeder Platz besetzt. Einige der Hörer
mussten sich sogar mit Plätzen auf den Stufen oder gar mit Stehplätzen begnügen. Nicht nur, dass Prof. Müller-Steinhagen selbst sprach, auch das Projekt, das er in seiner
Eigenschaft als Vorsitzender des internationalen Beratergremiums der Desertec-Initiative vorstellte, erweckte breites Interesse.
Desertec ist ein multikontinentales Energieprojekt, mit dem das Problem der zukünftigen Energieversorgung hauptsächlich unter Nutzung der Solarenergie gelöst werden soll.
Prof. Müller-Steinhagen ging von der sich bereits abzeichnenden Entwicklung aus, dass der Energiebedarf der Staaten von Europa, dem Mittleren Osten und Nordafrika (EUMENA) in den nächsten
Jahrzehnten gewaltig anwachsen wird. Nach Untersuchungen, die 50 Länder dieser Erdteile umfassen, würde zwar Europa nur einen moderaten Anstieg des Energiebedarfs bis 2050 verzeichnen.
Anders die Situation im mittleren Osten und in Nordafrika. Dort würde – entgegen dem Bedarf – die Energieerzeugung sogar zurückgehen, da ältere Kraftwerke infolge
technischer und sicherheitsrelevanter Probleme zunehmend vom Netz genommen werden müssten. Neue Kraftwerke zu errichten wäre mit hohen Kosten verbunden, da auch die Emissionsraten immer
weiter reduziert werden müssen. Ob diese Kosten von den Bedarfsträgern übernommen werden können, ist in vielen Fällen nicht gewährleistet. Zudem wächst der Bedarf
an Trinkwasser immens, dieser kann nur befriedigt werden, wenn genug Energie zur Entsalzung von Meerwasser bereitsteht.
Dieser hauptsächlich im Nahen Osten und in Afrika (aber z.T. auch in Europa) zu erwartende riesige Energiehunger kann mit herkömmlichen Kraftwerken nicht gestillt werden. Es gibt (in
Europa) zwar günstige Energiegewinnungsmöglichkeiten mittels Wasserkraft, an einigen Stellen auch mittels Windkraft sowie mittels anderer Energieträger. Diese Alternativen
können aber nur kleine Beiträge zur Energieversorgung leisten.
Die größte Reserve besteht in der Sonnenergie. Das Projekt Desertec will sich dabei statt auf Photovoltaik auf
die Dampferzeugung mittels Sonnenwärme stützen. Den Vorteil sieht man darin, dass hierbei eine Energiespeicherung mittels Flüssigsalzen möglich ist, deren Wärme in der
Nachtzeit zum Weiterbetrieb genutzt werden kann. Photovoltaik-Anlagen würden in dieser Zeit keinen Strom liefern können, außerdem in heißen Gegenden ohnehin weniger effizient
arbeiten. Wie ergiebig diese Energiequelle wäre, zeigt folgender Vergleich: Ein Solarkraftwerk mit der Größe des Assuan-Stausees entspräche energetisch der gesamten
Ölproduktion im Mittleren Osten. Die Sonnenenergie steht jedoch in Nordafrika weitaus günstiger zur Verfügung als in Europa.
Die Desertec-Initiative soll aber keinen Energie-Monopolisten erzeugen. Es wäre nicht sinnvoll, bestimmte Energieträger von vornherein von der Nutzung auszuschließen. Dabei sollen
die bestehenden Kraftwerke und kleineren Energieerzeuger (z.B. Kohle, Öl- und Biogas-Anlagen, Wind- und Wasserkraftanlagen, jeweils an optimalen Standorten) als dezentrale Energiequellen
durchaus bestehen bleiben. So könnte ein Energienetz entstehen, in dem die Energie von allen Erzeugern (vornehmlich natürlich aus Solarenergie) rationell erzeugt und allen
Bedarfsträgern kontinuierlich zur Verfügung gestellt werden kann (siehe Karte). Es ist das Ziel, bis zum Jahr 2050 15% des europäischen und einen überwiegenden Teil des
nordafrikanischen Strombedarfs mit erneuerbaren Energien in den Ländern des Mittleren Ostens und Nordafrika zu erzeugen.
Dafür müssen sowohl die technischen, wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen wie auch eine breite öffentliche Akzeptanz in den beteiligten Ländern geschaffen werden.
Derzeit umfasst die Desertec-Initiative 17 Voll- und 20 assoziierte Mitgliedsfirmen.
(Die gesamte Powerpoint-Demonstration des Vortrages siehe unter http://tu-dresden.de/aktuelles/rektorvortrag2010)
G. Silbernagl
Fotos: TU Dresden/Rektor
Lomnitz-Con 2010
Ein Kurzbericht
Zwei Ereignisse überschatteten den diesjährigen Lomnitz-Con etwas, ohne dass es sich die Teilnehmer allzu sehr verdrießen ließen.
Zwar konnte der angekündigte Autor
Oliver Dierssen aus Hannover nicht kommen, da er kurz vorher erkrankte, und auch der gemeinsame Abendgesang zur Gitarre mußte wegen der Abwesenheit von Klaus Brandt ausfallen.
Dennoch war es
insgesamt ein gelungener Con, wofür einerseits das hochsommerliche Wetter sorgte, andererseits die Lesungen der SF-Autoren Heidrun Jänchen und Wilko Müller jr. (Abb. rechts), die eigentlich
nur gekommen waren, um ihre Kleinverlage zu präsentieren, aber bereitwillig das Programm retten halfen. Letzterer überraschte mit satirischen Erzählungen und Gedichten abseits der
sonst von ihm geübten Fantasy-Schiene. Interessant auch der Beitrag von Manfred Orlowski, der den ersten Band einer Chronik des SF-Freundeskreises Leipzig vorstellte – ein dicker
Wälzer mit einer Auflage von nur 50 Exemplaren und dem stolzen Preis von 45,00 €. Als Veranstaltungsraum diente wie all die Jahre zuvor die Baracke eines ehemaligen
Kinderferienlagers (Abb. links).
Jüngste Teilnehmerin war die fast dreijährige Anne, die mit ihrem Bruder Timo ab Freitagabend den Spielplatz eroberte, der sich auf dem Con-Gelände der Buschschänke Lomnitz
befindet.
Damit wurde auch in diesem Jahr die Tradition eines familienfreundlichen Cons fortgesetzt. Selbst Pilzsammler kamen auf ihre Kosten: Steinpilze, Maronen und Täublinge bescherten
ihnen eine Mahlzeit, die die Wirtin am Samstagabend bereitwillig zubereitete. Zum Glück war die Wiese nach dem kurzen Hochwasser eine Woche zuvor wieder soweit abgetrocknet, dass einige
Con-Teilnehmer ihre Zelte wie gewohnt aufstellen konnten.
Und ein Frosch war auch dabei …
RPK
Fotos: Krämer