Die Druckversion weicht sowohl inhaltlich als auch formell vom Originaldokument ab.

URANIA online

- Die Internet-Version des „URANIA-Blättchens” -
Ausgabe 144 - Januar 2012 (Blättchen Nr. 173)
Redakteure: R.P.Krämer (Blättchen), G. Silbernagl (URANIA online)
Redaktionsschluss: 224.01.2012

Wir danken den Spendern des Jahres 2011
Erstmals seit der Gründung des URANIA Stadtverbandes Dresden e.V. im Jahre 1991 war im vergangenen Jahr das Spenden-aufkommen mit insgesamt 3401,29 € größer als die Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen. Das ist einerseits sehr erfreulich - und wir bedanken uns deshalb auch sehr herzlich bei allen Spendern für Ihre Unterstützung durch Geldzuwendungen oder Verzicht auf Honorar. Andererseits führt es deutlich die Kalamität vor Augen, daß die Mitgliederzahl weiterhin rückläufig ist. Dies zu überwinden, kann jeder seinen Beitrag leisten, indem er im Freundes- und Bekanntenkreis mit unserem vielgestaltigen Angebot für die Urania wirbt.

Geldspenden
200 €
Copy Cabana
25 €
Hannelore Berkencamp
Rainer Papendieck
Verzicht auf Honorar
420 €
Angelika Schindler
180 €
Thomas Recktenwald
Beate Schröer
20 €
Gerda Kadner
400 €
Prof. Dr. Joachim Neumann
100 €
Carsten Hohlfeld
Dr. Brigite u. Dr. Hans-Peter Kumpf
Dr. Ulrike Proske
Conrad Richter
Dr. Roland Wauer
19,50 €
Evelyn Mauer
60 €
Prof. Dr. Rainer Müller
Dr. Annekathrin Tausche-Wunderlich
Tetyana Kuhn
50 €
Christa Eismann
Prof. Dr. Thomas Hummel
Helga Schubert
Rosemarie u. Dr. Christian Zschuppe
10 €
Ursula Huhle
40 €
Dr. Ing. Olaf Pzybilski
Folke Stimmel
Förderbeitrag
100 €
Dr. Peter Heinze (obwohl als Ehrenmitglied beitragsbefreit)
50 €
Conrad Richter
36 €
Günther Silbernagl (obwohl als Ehrenmitglied beitragsbefreit)

 

Wir bitten weiterhin um Ihre Spende, damit die Urania bestehen bleibt!

Was, bitte, ist Masse?
Dass die Erde jeden Körper anzieht, hat schon Isaac Newton erkannt. Warum aber zieht sie ihn überhaupt an? Die Antwort "weil er eine Masse hat und jede Masse jede andere anzieht" ist zwar richtig, lässt aber die Frage offen, was denn "Masse" eigentlich ist. Die Physiker hatten sich schon ein brauchbares Modell zur Erklärung des physikalischen Aufbaus unserer Welt geschaffen - sie nennen es "Standardmodell" - und das funktioniert auch zum größten Teil sehr schön, aber - es tut das nur, wenn keine Masse darin vorkommt. Also fehlt in diesem Modell etwas, oder aber - und das ist wahrscheinlicher - das Modell muss korrigiert werden. Um dieses Problem zu lösen, wird angenommen, dass ein bisher unbekanntes Feld existiert, dessen Träger das Higgs-Boson ist. Der experimentelle Beweis dafür fehlt allerdings noch. Klarheit soll der weltweit größte Teilchenbeschleuniger, der Large Hadron Collider, auch "Weltmaschine" genannt, bringen. Ein solch riesiges Projekt kann kein Forschungsinstitut allein stemmen, dazu ist das weltweit größte Zentrum für physikalische Grundlagenforschung, das CERN, nötig. In diesem arbeiten 20 Mitgliedsstaaten (Deutschland ist Gründungsmitglied!) mit mehr als 8000 Wissenschaftlern aus 85 Nationen.
Man erhofft sich aus den Ergebnissen dieser Arbeit Antworten auf die Fragen:
- Was geschah beim sogenannten "Urknall", dem Entstehungsmoment des Weltalls?
- Woraus besteht das Universum? Bisher sind nur vier Prozent der theoretisch vorhandenen Materie bekannt. - Was ist Masse? Ist die Annahme des Higgs-Feldes berechtigt?
- Warum findet man praktisch keine Antimaterie? Seltsamerweise findet sich Antimaterie im Weltall nur im Verhältnis von 1 zu 1 Milliarde, die kosmologischen Modelle gehen von einem Verhältnis von 1 zu 1 aus.
Es ist nicht übertrieben zu erwarten, dass sich das physikalische Verständnis unserer Welt durch die an der "Weltmaschine" gewonnenen Erkenntnisse wesentlich verändern wird.
G.Silbernagl
Logo: Wikipedia

Zur Erinnerung:
Mitgliederversammlung
Hiermit lädt der Vorstand alle Mitglieder der URANIA - Gesellschaft zur Vermittlung wissenschaftlicher Kenntnisse - S Stadtverband Dresden e.V. zur nächsten ordentlichen Mitgliederversammlung ein.

Tagesordnung:
  1. Eröffnung und Wahl des Tagungsleiters
  2. Bericht des Vorstands (Ralf P. Krämer)
  3. Finanzbericht (Ralf P. Krämer)
  4. Kontrollbericht der Schatzmeisterin (Ulrike Börrnert)
  5. Diskussion und Beschluss über Entlastung des Vorstands
  6. Abstimmung über Satzungsänderungen
  7. Nachwahl von Vorstandsmitgliedern (optional)
  8. Schlusswort des Vorsitzenden
Zeit und Ort:
Sonnabend, 25. Februar 2012, 10.00 Uhr (Einlass ab 9.30 Uhr)
Heimat- und Palitzschmuseum Dresden-Prohlis, Gamigstr. 24
(Straßenbahn Linien 1, 9, 13 Hst. Jakob-Winter-Platz / Bus Linie 66 Hst. Gamigstr.)
Im Anschluss besteht die Möglichkeit, an einer Führung durch die neugestaltete Ausstellung des Museums teilzunehmen.
gez. im Namen des Vorstands
Ralf P. Krämer (Vorsitzender)

„Im Roß und anderswo der Große Charleston-Ball”
115. Stadtgeschichtsvortrag
Der erste Stadtgeschichtsvortrag im Jubiläumsjahr 2012, zugleich der 115. in der Gaststätte "Zur Quelle", war dem Tanzen und Vergnügungen im Zeitlauf der Geschichte Radebergs gewidmet.
Ausgehend von den ältesten schriftlichen Tanzbelegen zog Hans-Werner Gebauer einen kurzweiligen Bogen der Geschichte des Tanzes. Für Radeberg sind anhand der Stadtrechnung von 1575/76 zwei Tanzhäuser am Marktplatz nachweisbar. Hier fand das ursprüngliche vergnügungsfreudige Stadtleben in geschlossenen Räumen statt. 1598 spricht eine städtische Polizeiordnung von "…unchristlichen Tänzen und unverschämten Drehen". Es war die Frühzeit des Übergangs vom Reihen- und Schreittanz in die Form des Miteinander-Tanzens wie es heute üblich ist. Und es galten nach dem Moralkodex der Kirche bestimmte Verbote. So gab es die "Geschlossenen Zeiten" zwischen Fastnacht und Ostern und zwischen dem Martinstag und dem 6. Januar. Hinzu kam der Freitag bis Sonntagmittag, die im Verständnis der Kirchenoberen als Vorbereitungszeit auf den sonntäglichen Gottesdienst galten. Erst ab Sonntagnachmittag war Tanz.
Im Gebrauch von Begriffen änderte sich einiges. So gab es in der Stadt den "Ball" während man im Dorf von der "Tanzmusik" sprach. Da Radeberg seit 1585 einen Stadtmusikus hatte, war Musik immer vorhanden. In den Dörfern mussten durchziehende Spielleute für die Musik sorgen.
Und immer wieder war der Tanz als Ausdruck der Lebensfreude Gegenstand der Auseinandersetzung. Als man nach dem Dreißigjährigen Krieg das Tanzen ziemlich einschränken wollte, legte Sachsens Kurfürst fest: "Tänze zu üben ist jederzeit erlaubt!" Daraufhin gab es mehrere Eingaben von kirchlicher Seite. Benannt wurden die "ausgelassenen Weiber, die mutwilligen Tänzer, die enthemmten Ehefrauen, aber auch liederliche Hausväter und sich vergessende Mütter". Schon die Aufzählung lässt erahnen, welche Vielzahl von Tanzinteressenten es gab.
1671 wurde geschrieben, dass sich Missbrauch einstelle und "…daß die Weibsbilder und Tänzerinnen dergestalt umgetrieben oder umgedreht werden, daß dadurch sich ihre Kleider hoch erheben". 1772 kamen zur Abstellung der Missbräuche die Tanzmeister auf. Sie hatten den Tanz zu organisieren und zu beaufsichtigen. Diese Institution bestand bis in die 1920er Jahre. Doch auch sie konnten das ungezügelte Leben nicht verhindern. Ein Seelsorgebericht von 1824 schreibt u. a. "Die Tanzenden sind so aneinander geschlungen, daß sie öfters Mund auf Mund, und nicht selten die Zunge einander in den Mund stecken".
Man war in der Moderne des Privatlebens und der öffentlichen Aufmerksamkeit angekommen. Ausgerechnet der heute eher als sittlich geltende Walzer revolutionierte das Verhalten auf dem Tanzboden. Doch das paarweise Tanzen war nun Alltag. Als dann die fröhliche Polka aus dem Böhmischen dazu kam, war Tanzen "pralle Lebensfreude". Gebote und Verbote versuchten dem entgegen zu wirken. Nun kam die Zeit der Modetänze. Es begann zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit dem Tango. Selbst der deutsche Kaiser stieß sich an dieser Form der Musikinterpretation und verbot kurzerhand den Tangotanz für Militärangehörige. Der Höhepunkt der 1920er Jahre wurde der Charleston. Dieser schwierige, nur durch Übung zu meisternde Tanz hatte um 1926 seinen Höhepunkt in Radeberg. Meisterschaften und große Charleston-Bälle beherrschten die Szenerie. Im Gasthof "Zum Roß" ertanzte sich Mimi aus Dresden 200 Mark Preisgeld zur Charleston-Gala. Von den NS-Machthabern verboten, kam er nicht mehr im Alltag vor. Nach dem Krieg waren es der Rock 'n' Roll und 1960 der Twist, der die älteren Mitbürger verunsicherte und die Behörden einschreiten ließ.
Die Vielfalt, der im Vortrag genannten Beispiele des Tanzens, des gespielten Schlagers und der Tanzmusik allgemein lassen erahnen, welche Resonanz das Vergnügen im Volk hatte.
HWG
Der 116. Vortrag zur Stadtgeschichte Radebergs steht unter dem Thema "Neu: Atelier für einfache Damenbekleidung". Hier widmet sich der Regionalhistoriker Hans-Werner Gebauer dem historischen Alltag und den Veränderungen der Jahre 1911/12. Termin des Vortrags ist Sonnabend, der 4. Februar 2912, 19 Uhr, in der Gaststätte "Zur Quelle" in Radeberg, Otto-Uhlig-Str. 1.

Peinlich, peinlich
In der am 26. Dezember 2011 vom ZDF ausgestrahlten Sendung „Album 2011 – Bilder eines Jahres“ sagte der Moderator wörtlich:

„Deutschlands größter Komiker hat die Bühne für immer verlassen. Wir, sein Publikum, sind dankbar.”

Also, das hat Loriot nun wirklich nicht verdient …
RPK

Naturwissenschaftliche Gesellschaft ISIS
Im Programm der ISIS Dresden e.V. für das 1. Halbjahr 2012 sind interessante Öffentliche Sitzungen angekündigt:

Sternwarte Radebeul
Während der Winterferien im Februar bietet die Sternwarte Radebeul ein spezielles Programm für Schulkinder:

Außerdem für Erwachsene: Nach einer Information der Sternwarte „Adolph Diesterweg“ Radebeul