"Highlights der Physik" in Dresden
Wissenschaftfestival 24. - 28. Juni 2003 in Dresden

Physik - das kann leicht als elitär, abgehoben angesehen werden. Wer verwendet schon die oft seltsamen Begriffe, unter denen sich kaum jemand etwas vorstellen kann, wer begreift physikalische Gleichungen, wen beschleicht nicht manchmal das Gefühl, dass womöglich nicht alles, was die Physiker erforschen, dem Wohle der Menschheit dient? Und wer weiß überhaupt, womit sich heute die Physiker befassen? Und doch brauchen wir die Physik, brauchen wir Physiker. Besonders die Jugend soll angesprochen werden, sich mit physikalischen Problemen zu befassen, ja die Physik zu ihrem Betätigungsfeld zu machen.Eingang zur Schau auf der Prager Straße Dazu muss die Physik popularisiert werden, müssen die Physiker sich dem Volk öffnen, ihre Arbeiten so allgemeinverständlich wie möglich darstellen, ja die Menschen direkt neugierig machen.
Inspiriert und begeistert durch den Erfolg des Jahres der Physik 2000 veranstaltet die Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG) ein jährliches Physikfestival jeweils in einer anderen Stadt Deutschlands. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt diese Veranstaltungsreihe "Highlights der Physik" in besonderer Weise. In diesem Jahr hatte der Wissenschaftsstandort Dresden das Rennen gemacht - und spielte auf zum "Tanz der Elemente" vom 24. bis 28. Juni 2003.
Mitveranstalter war diesmal die Leibniz-Gemeinschaft; federführend in der Organisation des Festivals das Leibniz-Institut für Festkörper- und Werkstoffforschung Dresden (IFW). Aber auch die Max-Planck-Institute für Physik komplexer Systeme und für chemische Physik fester Stoffe, die Fachrichtung Physik der TU Dresden, das Forschungszentrum Rossendorf und das Dresdner Fraunhoferzentrum beteiligten sich aktiv an den Vorbereitungen.
In den Zelten, die auf der Prager Straße aufgestellt waren, lief ja nur ein Teil der Veranstaltungen, die z.T. auch in den Instituten Dresdens stattfanden. Man sah hier Experimentalvorführungen zu verschiedensten Effekten der Physik und Chemie. Jugendliche bei elektrischen ExperimentenTeilweise konnten auch die Besucher - vor allem natürlich Kinder - selbst an Experimenten teilnehmen. Das Programm war sehr vielgestaltig und bot Interessantes aus der Tieftemperaturphysik (supraleitende Magnete), der Optik (Holographie), der Physik komplexer Systeme (Chaosforschung), der Elektrotechnik (einfache, aber funktionstüchtige Modelle von Elektromotoren) und vieles andere mehr.
Demonstration einer supraleitenden Ringbahn Der Autor dieses Beitrages ist der Meinung, dass eine solche Veranstaltung sehr gut als Motivationsveranstaltung für junge Menschen geeignet ist, viel besser, als schulische Veranstaltungen es sein können. Hier sind die Besucher unmittelbar mit Wissenschaftlern selbst im Gespräch, die Experimente können mit Geräten und Einrichtungen durchgeführt werden, die z.T. im praktischen Laborbetrieb verwendet und die nicht improvisiert werden müssen, sofern das überhaupt möglich ist. Die Vielfalt der gleichzeitig laufenden Experimente gewährleistet auch, dass auch dann keine Langeweile aufkommt, wenn man für ein bestimmtes Wissensgebiet doch (noch) nicht die richtige Einstellung gewonnen hat.
Das Kultusministerium des Freistaates Sachsen befürwortet Veranstaltungen dieser Art und bestätigt dies in einem Brief: "... Die von der deutschen Physikalischen Gesellschaft und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung zu tragende ... Veranstaltungsreihe "Highlights der Physik" in Dresden ... wird einen wichtigen Beitrag dazu leisten, sächsische Schüler für Physik im Ensemble der Naturwissenschaften zu begeistern und entsprechend begabte Gymnasiasten für eine naturwissenschaftlich-technische Studienrichtung zu gewinnen."

G. Silbernagl
Unter Verwendung der Internet-Seite www.physik-highlights.de
Photos: G. Silbernagl