
(Merkur/System Sol) Wie aus bisher unbestätigten Meldungen hervorgeht, sind die zähen Verhandlungen zwischen dem Kosmischen Amt für Standardisierung (KOST) und dem Unternehmerverband Interstellare Transporte endlich zu ersten Ergebnissen gelangt. So wird die Maßeinheit Lichtjahr von bisher 9 Billionen Kilometern auf nunmehr 7,5 Billionen Kilometer festgelegt. Der Unternehmerverband verspricht sich davon ein bedeutend besseres Preis-Leistungs-Verhältnis und damit einen erheblichen Beitrag zur Sicherung des Wirtschaftsstandortes Milchstraße.
(LissaBonn/EuroSprawl) Zu einem Eklat kam es nach einer Sitzung des Verknüpften Kosmischen Parlaments (V-Korlaments) in der vergangenen Woche, nachdem bekannt geworden war, daß ein Abstimmungsergebnis verfälscht worden war, indem verschiedene Abgeordnete ihre Stimme durch Zeitschleifenbildung gleich mehrmals abgegeben hatten (was nicht auffiel, da ohnehin nur ein geringer Prozentsatz der Abgeordneten an der Abstimmung teilnahm). Die Freien Asteroidengürtler (FAG) forderten daraufhin den Rücktritt des Parlaments und sofortige Neuwahlen. In seiner Erwiderung legte der Fraktionsvorsitzende der Saturnalischen Ringpartei (SRP) dar, daß eine Neuwahl schlechterdings sinnlos sei, da eine Wahlverfälschung ähnlich der geschehenen seit der Erfindung der Zeitmaschine nicht ausgeschlossen werden kann; ja, da bekanntermaßen Zeitreisen keinen physikalischen Einschränkungen unterliegen (sondern höchstens juristischen, welche jedoch von den Zeitreisenden problemlos umgangen werden können), weder in der Vergangenheit noch in der Zukunft jemals ausgeschlossen werden könne. Die gesamte Demokratie klassischer Prägung sei demzufolge eine Illusion und in der Praxis undurchführbar und niemals durchführbar gewesen.
(Dresden) Das Königlich-Sächsische Innenministerium hat die Ritterschaft des Königreiches Sachsen schon kurz nach der Proklamation der Monarchie aufgerufen, der Drachenplage im Lande entschieden entgegenzutreten. Das explosionsartige Auftreten der Drachen war zusammengefallen mit der Regierungszeit der sogenannten Gesellschaft zur Treuen Hand im damaligen Freistaat. Da die Drachen nicht mehr, wie noch im Mittelalter üblich, Jungfrauen, sondern ausschließlich Steuergelder fordern und im Weigerungsfalle ganze Landstriche verwüsten, ist es dem sächsischen Königshaus nicht mehr möglich, einen seinem sozialen Range entsprechenden Lebensstil zu führen, zumal die Belastung des sächsischen Volkes mit Einkommens- und sonstigen Steuern derzeit bei einer durchschnittlichen Quote von 120 Prozent liegt und bei einer weiteren Steueranhebung mit schweren Unruhen gerechnet werden muß. Da eine Ritterschaft als solche in Sachsen aus Gründen, die in der jüngeren Geschichte des Landes wurzeln, nicht existiert, wurde per Dekret des Königlichen Marschalls jeder männliche Bürger, der älter als 18 Jahre ist, in den Stand eines Ritters erhoben. Die Zahl der Freiwilligen, so lautet aus informierten Kreisen, tendiere dennoch gegen Null.
