Wasser für Dresden


Hauptgebäude des WasserwerksEine gotische Ritterburg? Weit gefehlt, denn das Gebäude stammt nicht aus dem Mittelalter. Es wurde von 1894 bis 1896 als Tolkewitzer Wasserwerk erbaut, nachdem die erst 1875 erbaute "Saloppe" den Trinkwasserbedarf Dresdens bereits nicht mehr decken konnte.
Das Wasserwerk Tolkewitz sammelt über 72 Brunnen von Laubegast bis Blasewitz an den Elbwiesen sogenanntes "uferfiltriertes" Elbwasser und führt dieses zusammen mit Grundwasser dem Werk zu. Damals pressten dann dampfbetriebene Pumpen das Wasser durch die Filteranlagen. In den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde der Betrieb von Dampf auf Elektrizität umgestellt, daher ist die neue Filterhalle auch wesentlich nüchterner in der Bauausführung.
Schaltwarte für Zumischung und FilterungDas Wasser durchläuft darin mehrere Stufen der Reinigung. Nachdem die chlorierten Kohlenwasserstoffe in großen Zylindern durch den Kontakt mit Luft entfernt worden sind, wird im nächsten Schritt Eisenchlorid zugesetzt, um die Verschmutzungen auszufällen. Dabei flockt auch das Eisenchlorid wieder aus, die Ausflockungen werden anschließend herausgefiltert. Organische Stoffe und Arzneimittelrückstände werden dann durch Aktivkohle entfernt. Nach einem minimalen Zusatz von Chlor und Natronlauge (zur Desinfektion bzw. zur pH-Wert-Einstellung) ist das Wasser "fertig" und gelangt in Sammelbehälter. Übrigens: Große offene Wasserbecken, wie sie früher einmal (als Absetz- oder Filterbecken) existierten, gibt es heute nicht mehr. Alles läuft in geschlossenen Behältern oder Rohrleitungen im Durchfluss ab.
Ausgemusterte Pumpe als technisches Denkmal - die heutigen Pumpen sind wesentlich kleinerSelbstverständlich wird der gesamte Prozess durch fortwährende Analysen, die im Trinkwasserlaboratorium Kohlenstraße durchgeführt werden, überwacht. Aus den Daten folgt, dass das Dresdner Trinkwasser höchsten Ansprüchen genügt; alle Messwerte, die auch öffentlich zugänglich sind, unterschreiten die geforderten Grenzwerte deutlich. Der einzige Wermutstropfen ist, dass der Leitungsverlust in Dresden zur Zeit noch 10 bis 12 % beträgt.
Die Wasserqualität der Elbe hat sich zwar in den letzten zehn Jahren deutlich verbessert, aber das hat den Reinigungsaufwand im Wasserwerk nicht verringert. Die Grenzwerte für das Trinkwasser sind ständig herabgesetzt worden, so dass auch die Aufbereitung des Wassers immer sorgfältiger erfolgen muss.
Die Zusammensetzung des aus dem Tolkwitzer Wasserwerk stammenden Reinwassers können Sie auf der speziellen Seite der Drewag einsehen.
G. S.