Intelligente Keramik und andere erstaunliche DingePräsentiert auf einer Schau anlässlich der „Stadt der Wissenschaft 2006“ in Dresden |
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Dresdner Forschungsinstitute präsentierten moderne Technologien u.a. auch
auf einer Schau im Hauptbahnhof (Bild 1) – viele Besucher umlagerten die Stände und ließen sich von den Wissenschaftlern Wirkungsweise und Ergebnisse erklären. Einige der
Exponate sollen hier näher vorgestellt werden.
So bewirkt z.B. eine Beschichtung von Glasplatten mit einer Schicht von Titandioxid-Nanoteilchen, dass die Oberfläche
extrem hydrophil, also benetzbar, wird (Bild 2). Das erleichtert nicht nur die Reinigung der Glassplatte, an der das Wasser Schmutzpartikel unmittelbar und ohne die Anwendung von Detergentien
abtransportieren kann. Man erzielt damit sogar auch eine antibakterielle Wirkung: Dabei werden organische Moleküle durch photokatalytische Aufspaltung des Wassers, wobei aggressive Radikale
entstehen, zersetzt. Eines der Hauptanwendungsgebiete sind Rückspiegel für Kraftfahrzeuge; es werden aber auch selbstreinigende bzw. antimikrobiell wirkende Kacheln hergestellt. Im Bild
sieht man deutlich, wie gut benetzbar eine so beschichtete Glasplatte ist – im Gegensatz dazu bilden sich auf der unbehandelten Platte (links im Bild) die typischen Rinnsale.
Eine Anwendung keramischer Werkstoffe hat auch für den
häuslichen Gebrauch Bedeutung. Jedem ist bekannt, wie bald eine Bügeleisen-Sohle durch Kratzer und anhaftende verschmorte Teilchen unansehnlich und wenig brauchbar wird. Eine Sohle aus
Keramik (Bild 3) ist wesentlich härter und schmutzabweisender als eine Stahlsohle. Außerdem spart sie auch bis zu 20 % Energie, da die Wärme durch aufgedampfte Schichten in dem
recht dünnen Bauteil unmittelbar und nicht wie üblich durch Heizelemente erzeugt wird.
Mit „intelligenter“ Keramik lässt sich auch der Ceran-Kochherd
noch weiter verbessern (Bild 4). Hier ermittelt die keramische Kochplatte auch noch die Temperatur des Gargutes und ermöglicht, durch Temperatur-Vorwahl ein zu starkes Erhitzen oder
Überkochen zu vermeiden. Dabei wird die Temperatur der Kochplatte stufenlos geregelt, im Gegensatz zu der bisher üblichen Verfahrensweise der Zweipunktregelung, bei der nur die
Einschaltzeiten der Heizplatte verändert werden.
Das Fraunhofer Institut Verkehrs- und Infrastruktursysteme stellte das Konzept
eines neuartigen Verkehrssystems vor. Dieses Massenverkehrsmittel („AutoTram“, Bild 5) fährt auf Rädern wie ein Bus, folgt einer Art Leitlinie auf der Straße (als
Fahrerunterstützung), ist also nicht wie eine Straßenbahn an ein Gleis gebunden. Wie diese hat die AutoTram jedoch einen modularen Aufbau, der gestattet, die Zuglänge an die
erwartete Fahrgastanzahl anzupassen. Unter anderem zeichnet sich die AutoTram auch durch emissionsfreien Antrieb aus bordseitigen elektrischen Energiespeichern aus, die an Dockingstationen
während der Haltestellen- oder Stationsaufenthalte nachgeladen werden. Ein Prototyp dieses Verkehrsmittels ist seit einiger Zeit in Bautzen im Probebetrieb.